Medizinische Fusspflege

Fußpflege bei einer Podologin

Bei einer erfolgreichen medizinischen Behandlung der Füße werden die Beschwerden nicht gepflegt, sondern beseitigt. Bevor der Podologe / die Podologin diese Beschwerden allerdings therapiert, muss eine umfassende Fußuntersuchung mit Frage-, Sicht- und Tastbefund durchgeführt werden, um Erkrankungen erkennen zu können.

Dazu sind Kenntnisse der speziellen Physiologie, Anatomie, Orthopäde, Pathologie und Dermatologie unerlässlich. Im Anschluss daran muss ein Behandlungsplan erstellt werden, um dem Patienten eine Vorstellung über Verlauf und Aussicht zu geben. Jeder Patient wird durch diesen Plan zur Mitarbeit motiviert, denn ohne seine aktive Hilfe ist eine Linderung seiner Beschwerden nicht möglich.

Wesentlicher Inhalt einer Fussbehandlung

  • Die Pflege und Erhaltung des gesunden Fußes
  • Vorbeugende Maßnahmen gegen eventuell aufgetretene Fußschäden
  • Alle Maßnahmen zur Besserung bereits geschädigter Füße
Vor der Behandlung: genaue Untersuchung

Fußpflege auf Rezept

In meiner podologischen Praxis kann ich vielen Menschen mit unterschiedlichen Fussproblemen helfen. Eine podologische Komplexbehandlung kann ärztlich verschieben oder privat in Anspruch genommen werden. Die Kosten werden nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen.

Welche Kosten übernehmen die Krankenkassen

Eine Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine medizinische Fußpflege bei einem Podologen nur wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Das ist bei Patienten mit Diabetes mellitus der Fall. Die Diabetiker gehören zu einer Risikogruppe mit der Anfälligkeit an verschiedenen Fuß- und Nagelinfektionen zu erkranken.

Diese Patienten müssen professionelle Fußpflege bekommen. Ein Arzt stellt eine Verordnung oder ein Rezept aus. Der Patient kann mit der Verordnung zur einem Podologen gehen, der eine Kassenzulassung besitzt. Die Dauer und Art der Behandlung erfolgt mit Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Allgemein werden die Behandlungen in regelmäßigen Abständen von drei bis viermal innerhalb von sechs Wochen durchgeführt. Der Podologe sucht bei der Komplexbehandlung gezielt nach:

  • Druckstellen
  • Hühneraugen
  • Geschwüren
  • Entzündungen
  • Blasen
  • Hornhaut
  • Offene Wunden
  • Eingewachsene Fußnägel

Zusätzlich werden Patienten ausführlich beraten, wie Fußverletzungen vermieden werden können.

Was ist eine Fußpflege?

Die Fußpflege gehört zur Körperpflege. Jeder macht es, seitdem er sich selbstständig pflegen kann. Man kennt es als Waschen der Füsse, Schneiden der Nägel und eventuell Eincremen.  

Warum wird die Fußpflege von Podologen angeboten?

Es gibt Situationen im Leben, die die Fußpflege schwer oder sogar unmöglich machen. Die Pediküre ist beliebt, um sich zu verwöhnen lassen . Wenn man aber älter wird und nicht mehr die Beweglichkeit besitzt, sich so weit zu bücken oder schlecht sieht, dann wird die Fußpflege schwierig und wird letztlich durch eine Podologin oder Fusspflegerin zur Notwendigkeit.

Seit wann gibt es Fußpflege?

In der Antike und im Altertum trug man selten Schuhe, dadurch war die Belastung der Füße sehr viel größer als heute. Fusswaschungen hatten symbolische Bedeutung, teils religiöser Herkunft, teils waren sie aber einfach auch eine Geste der Gastfreundschaft. Als Zeichen der Demut wusch zum Beispiel Jesus schon am Gründonnerstag seinen Jüngern die Füße.

  • Im ältesten Rezeptbuch aus dem Jahre 1600 vor Christi finden sich bereits Behandlungsmethoden bei Nagelwallentzündungen und eingewachsenen Nägeln. Die Lehre der Füße stufte man schon 1500 v. Chr. als nicht ärztliche Therapie
  • Bereits in Jahr 460 v. Chr. gibt es erste Hinweise von Hippokrates von Kos über die Behandlung von Hühneraugen.
  • Um 1200 nach Chr. entstand der Beruf des Baders, der sich unter anderem mit dem Ziehen von Zähnen und Entfernung von Hühneraugen und Warzen befasste
  • 1707 wurde zum ersten Mal eine Niederschrift gefunden, in der über eine Operation eines eingewachsenes Nagels berichtet wurde.
  • 1762 wurde das Buch „Pedicure„ in drei Bändern von Rousselot verfasst
  • Im Jahr 1982 wird die Ausbildung zur medizinischen Fußpflege geregelt in Niedersachsen
  • Am 01.01.2002 tritt in  der BRD das Podologen-Gesetz in Kraft

Behandlung der Fußnägel

Die Nägel bestehen aus vielen unregelmäßig übereinanderliegenden Hornzellen und sind bis zu 0,75 mm stark. Die Nägel wachsen unterschiedlich schnell, etwa 0,5-1,2 mm pro Woche. Die podologoische Behandlung brauchen Patienten in meiner Praxis aus diesen Gründen unterschiedlich oft. Die meisten Folgebehandlungen liegen bei 4-6 Wochen. Eine Verlangsamung des Wachstums tritt im Alter, bei Traumata und bestimmten Erkrankungen auf.

Der Nagel ist wasserdurchlässiger als eine gesunde Haut. Im Nagel können sich verschiedene Ablagerungen finden, wie zum Beispiel Medikamente und Drogen. Zustand und Farbe der Nägel können verschiedene Informationen über allgemeinen Zustand eines Menschen liefern. Ein erfahrener Podologe ist in der Lage, diese zuzuordnen und auf bestimmte Erkrankungen hinweisen.

Eine Nagelbehandlung ist immer dann notwendig, wenn eine Erkrankung oder eine Veränderung eines oder mehrerer Nägel vorliegt.

Nagelerkrankungen können in jedem Alter auftreten. Fast die Hälfte aller Erkrankungen sind einer infektiösen Herkunft.

Ein kleinerer Teil wird durch Stoffwechselerkrankungen und Entzündungen verursacht und selten durch Tumoren und Pigmentstörungen. Der Erfolg einer Behandlung ist immer von der richtigen Diagnose abhängig. Bestimmte Risikogruppen sind besonders für Nagelerkrankungen anfällig, wie zum Beispiel Diabetiker, Dialysepatienten, Tumorpatienten, Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, transplantierte Patienten.

Ob die Nägel gesund oder erkrankt sind, es muß auf den richtigen Nagelschnitt geachtet werden. Ein falscher Schnitt kann sehr schnell schmerzhafte Folgen haben, wie zum Beispiel das Einwachsen des Nagels bis zu schweren Nagelbettentzündungen.

Wie auch Fingernägel bestehen die Fußnägel aus Keratin, allerdings deutlich dicker und sie wachsen deutlich langsamer. Dafür benötigt man ein richtiges Werkzeug, gutes Licht und gewisse Gelenkigkeit. Menschen mit gesunden Nägeln sind oft Kunden in einer Podologie-Praxis, weil es manchmal an den Voraussetzungen fehlt. Nicht alle haben mit dem Alter kranke Füße, sondern haben Erkrankungen am Bewegungsapparat und haben ein schlechtes Sehvermögen. Erkrankte Fußnägel benötigen spezielle Behandlungsmethoden.

In meiner Podologie-Praxis besitze ich verschiedene, notwendige Instrumente, wie Zangen, Schleifer die für die jeweilige Behandlung notwendig sind. Bei krankhaft verdickten Nägeln ist sogar das Schleifen der Nagelplatte notwendig, die Anwendung muss sehr präzise ausgeführt werden, um unnötige Schäden oder Verletzungen zu vermeiden.

Wer krankhafte Füße oder Fußnägel hat oder gesundheitliche Probleme wie Diabetes mellitus, sollte es mit seinem behandelndem Arzt besprechen und kann gegebenenfalls ein Rezept für eine medizinische Fußpflege in einer podologischen Praxis ausstellen lassen.

Behandlung der Fußsohlen

Die Fusssohle eines Menschen ist sehr belastbar, obwohl sie nur eine kleine Fläche der Haut umfasst. Sie besitzt viel mehr Sinneszellen, als unser Gesicht und ist aus dem Grund sehr empfindlich. Unsere Füße und Fußsohlen passen sich unserem Lebensstil und der Mode an.

Daher kommen auch viele Beschwerden und Veränderungen. Die häufigsten Probleme der Fußsohle sind: überschussige Hornhaut ( Hyperkeratose ), Hühneraugen, Dornwarzen, Rhagaden und Schwielen. Bei solchen Beschwerden wie Hyperkeratose behandelt ein Podologe die Fußsohle meistens mit Skalpell, um möglichst schonend und ohne Reibung und zusätzlichen Reizung die Haut von Hornschicht zu befreien.

Nur zum Schluss kann ein Hautschleifer benutzt werden, um die überstehende Schuppe zu entfernen und die Haut zu glätten. Die Haut ist danach sehr aufnahmefähig für Pflegestoffe, die man anschließend auftragen soll. Für andere Beschwerden gibt es zahlreiche Instrumente, um diese problemlos zu behandeln. In einer Podologie Praxis ist man sehr gut dafür ausgebildet möglichst schnell und schmerzlos Beschwerden zu lindern.

Hornhaut an den Füßen

Für sehr viele Menschen ist die Hornhaut an den Füßen sehr störend, besonders bei Frauen. Es wird sehr schnell zu allen möglichen Werkzeugen gegriffen, wie Feile Hobel, Bimsstein. Viele wissen nicht, daß die Hornhaut ein natürlicher Bestandteil unseres Körpers ist. Hornhaut hat eine sehr wichtige Aufgabe, unsere Haut vor Belastung zu schützen. Aus diesem Grund soll nicht die komplette Schicht entfernt werden, sondern es soll eine Schutzschicht gelassen werden.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, daß die wenigsten selbständig die Hornhaut so abtragen können, wie es sein soll. Meistens wird entweder zu wenig oder zu viel abgetragen. Besonders bei krankhafter Produktion der Hornhaut (Hyperkeratose) ist es schwierig, ohne professionelle Hilfe eines Podologen zurecht zu kommen.

Eine Keratose hat verschiedene Ursachen, deren Erkennung fällt in das Aufgabenfeld eines Podologen. Zur Behandlung der Hornhaut gehört nicht nur das Abtragen und Abschleifen sondern auch die Vorbeugung der Neubildung. Je nach Ursache kann man nicht immer die Neubildung vermeiden, aber eine deutliche Reduktion und Erleichterung der Beschwerden ist meistens gut möglich. In meiner Podologie Praxis in Neuenbürg wird man individuell behandelt und beraten.